Großvaterblog


den „Fall“ wieder aufrollen
18. Januar 2009, 18:16
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Eineinhalb Jahre habe ich jetzt die Sache mit meinem Großvater mehr oder weniger auf sich beruhen lassen. Ab und zu mal darüber geredet. Mit Teilen meiner Familie, mit Freunden. Den Plan mit dem Bundesarchiv habe ich immer wieder verschoben, ich wollte das erst machen, wenn ich auch richtig Zeit habe, mich damit zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.

Also jetzt. Mein Erasmussemester ist quasi vorbei, bis zum nächsten Semester sind es noch über zwei Monate, und außer in der Bibliothek rumzuhängen und schlaue Bücher zu lesen habe ich nicht großartig was zu tun. Insofern der perfekte Moment, um mich wieder meinem Großvater zu widmen. Zumal es vielleicht auch spannend wäre, das ganze etwas weniger persönlich und mehr wissenschaftlich aufzuziehen und etwa auf Unterschiede zwischen der offiziellen Erzählung meiner Familie und dem was sich vielleicht aus Büchern und Dokumenten ergibt zu achten. Dieser Familienerzählung vom Abhauen aus Berlin und dem „zu Fuß an den Bodensee“ mißtraue ich sowieso ein bisschen. Das hört sich viel zu heroisch an und gleichzeitig zu sehr nach Opfer. Aber wer weiß.

Also schicke ich eine e-Mail an das Bundesarchiv in Berlin. Dass ich über familiären Umgang mit Nazi-Vergangenheit recherchiere und dazu gerne die Akten über meinen Großvater einsehen würde. Wäre das denn möglich.